In der Abbaye de Fontaine André in Neuchâtel habe ich von Pierre Stutz eine wunderbare schlichte Segensfeier mit Brotbrechen gelernt, die ich gerade jetzt gerne weitergebe für Familien und Hausgemeinschaften. Sie ist berührend (auch für Kinder!) und theologisch einwandfrei auch für ökumenische Gruppen! (Apg 2,46)

Vorbereitung (minimal): Stuhlkreis, in der Mitte stehen ein paar Blumen, eine brennende Kerze, ein Krug mit Wasser, ein Teller mit einem Stück Brot und ein leerer Teller, eine Bibel (Text wenn möglich für alle kopiert) und für jede mitfeiernde Person ein Kerzli, eventuell ein Musikabspielgerät.

Ablauf:

  • Zu Beginn kann man ein Lied singen (Taizé oder ähnlich…). Jemand begrüsst und lädt ein, sich bewusst zu machen, dass wir alle ein Licht sind (Mt 5, 13 – 16). Jede/r steh der Reihe nach auf, nimmt sein/ihr Kerzli, zündet es an der grossen Kerze an hält es in der Hand und zeigt es den anderen («Ich bin ein Licht!»). Wir wissen, wer wir sind in den Augen Gottes!
  • Eventuell kurze Musik
  • Jemand liest eine mutmachende Bibelstelle vor. Alle nennen nach einer kurzen Stille den Vers, das Wort…, das sie/ihn am meisten anspricht. Bitte nicht diskutieren, nicht kommentieren sondern dazwischen eine kurze Stille lassen (je nach Möglichkeit)…
  • Eventuell kurze Musik
  • Jede/r bricht reihum von dem Stück Brot etwas ab, legt es auf den leeren Teller und nennt dabei, für wen oder was er/sie das Brot bricht (wer nichts sagen will, kann es auch im Schweigen tun). Haben alle das Brot gebrochen, kann jemand das Geschehen deuten, indem er/sie sagt: «In unserer Mitte liegt das gebrochene Brot, und in dem Brot denken wir an alle, die wir genannt haben. So ist das Bot dann nicht mehr nur Brot, sondern es hat sich gleichsam verwandelt, die Genannten sind unter uns gegenwärtig, so wie auch Jesus bei uns ist» (oder mit ähnlichen Worten…).
  • Man kann singen: «Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…»
  • Gemeinsam wird das «Vater unser» gebetet, gleichsam als Tischgebet
  • Von dem gebrochenen Brot gibt jede/r seinem /ihrem Nachbarn ein Stück. Wenn alle etwas haben, isst man gemeinsam. Dazu kann leise Musik gespielt werden
  • Der Segen (auf lateinisch benedictio = etwas Gutes sagen): Gott sagt uns immer etwas Gutes, so geschieht es auch jetzt: Reihum steht jemand auf, nimmt den Wasserkrug und zeichnet ein Kreuzzeichen auf die Stirn den Nachbarn/der Nachbarin und sagt ihm /ihr etwas Gutes/Schönes/Liebes.
  • Zum Schluss singen alle ein bekanntes Lied und gehen weiter in den Tag

 

Johannes Schleicher, Theologe, Bildung und Spiritualität im Pastoralraum Basel-Stadt.
Ich gebe gerne nähere Auskunft (Tel 079 174 14 54),
johannes.schleicher@offline-basel.ch