Angelus Silesius (lateinisch für Schlesischer Bote/Engel, eigentlich Johannes Scheffler) wurde am 25. Dezember 1624 getauft (Geburtsdatum nicht genau bekannt). Sein Vater war Stanislaus Scheffler, ein polnischer Adliger, der von Krakau wegen seines evangelischen Glaubens nach Breslau übersiedeln musste. Der Sohn besuchte von 1639 bis 1643 das St. Elisabeth-Gymnasium in Breslau, wo er erste lateinische Gelegenheitsgedichte schrieb und drucken liess,

In Strassburg begann Angelus Silesius 1643 ein Studium der Medizin und des Staatsrechts, danach ging er nach Leiden (1644–1647) und schließlich an die Universität Padua(1647), wo er 1648 zum Doktor der Philosophie und der Medizin promoviert wurde. 1653 tritt er zum Katholizismus über und wird später zum Priester geweiht. Sein Konfessionswechsel hatte grosses Aufsehen erregt und harte Kritik von protestantischer Seite hervorgerufen. So fühlte er sich veranlasst, 1653 eine Art Rechtfertigungsschrift zu veröffentlichen.
Seine tiefreligiösen mystischen Epigramme („Cherubinischer Wandersmann“) werden zu den bedeutendsten lyrischen Werken der Barockliteratur gezählt. Sie bewegen uns zum Innehalten, weil in uns selbst das Entscheidende zum Leben zu finden ist:

„Der Mystiker aus Schlesien hebt wie viele andere hervor, dass alle Menschen sich von Gott berühren lassen können. Mystik ist nicht elitär und abgehoben, sondern bestärkt zur eigenen Erfahrung, die ganzheitlich, mit Leib und Seele spürbar sein soll.“ Pierre Stutz
MystikerInnen sprechen von einem allgemeinen Gott, der in allen Menschen wohnt und wirkt. Christliche MystikerInnen sprechen vom menschgewordenen Gott, den wir mit all unseren Sinnen erfahren können. Die „Kunst, Gott zu küssen“ können alle Menschen erfahren!

Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir.
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.
Suche also nicht im Aussen, was in deinem Inneren zu finden ist und schon immer auf dich wartet!

Texte von Angelus Silesius stehen auf der Facebookseite von OFFLIine https://www.facebook.com/offlinebasel/?ref=bookmarks  jeweils freitags um 9.00 Uhr, am 6., 13., 20. und 27. Dezember