Home Forums GRUNDKURS MYSTISCHE SPIRITUALITÄT Vom Leiden Gottes (s.70ff.)

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  • samuel.sarasin
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    Es macht Sinn, sich zu Beginn der Karwoche (=Heiligen Woche) mit diesem Thema auseinanderzusetzen und zu schauen, was Eckart dazu sagt:

    S.70 Eckart beginnt mit 2 Zitaten, die uns in vergangenen Predigten schon begegnet sind: Mit meiner göttlichen Natur wohnte ich in eurer menschlichen…..

    Hier steigert er noch: man «erkenne nichts an euch als Gott» – Gewaltig, finde ich!
    Und sofort stellt sich die Frage: Wie geschieht das? Eckart schliesst einiges aus (…geschieht nicht dadurch…) bis er dann zum entscheidenden Satz kommt: Gott will, dass wir frei und unbewegt GEFUNDEN werden, ….auch wenn man schlecht von uns spricht und schlecht gegen uns handelt….

    S.71…das gilt, auch, wenn wir krank werden und leiden müssen, wenn wir Böses von dem Menschen erdulden müssen, ja sogar, wenn «Gott uns den Trost seiner Gegenwart entzieht und SO TUT, als wäre eine Mauer zwischen ihm und uns…. Und noch mehr solche «selbst wenn…»
    Denn auch Christus ward von seinem Vater verlassen (Anspielung auf Mt 27,46 und Mk 15,34)
    Eckart sagt, in solch einer Situation (s.o.) helfen allein die Worte Jesu aus Lk 22,42 und auch der Abschnitt aus dem Unser Vater unser

    Im Nächsten Abschnitt auf S.71 spricht Eckart wieder, dass man Gott mit Nichts erkennen solle (wie auch schon in früheren Predigten). Man soll auch die Tugend lassen, denn sie wohnt wesenhaft in jedem Menschen (d.h. in uns allen wohnt die Tugend!) Wenn der Mensch kein Ding mehr berühren kann, dann berührt er Gott! (da kommt wieder online an seine Grenzen….)

    S.72 Es schliesst sich die Frage der Stufen an, warum der Leib nicht auf einer höheren Stufe stehe…., was mit einem Augustinuszitat beantwortet wird.
    «Der Mensch wird in die Vereinigung mit Gott hinaufgezogen…., sodass es kein Hindernis mehr zwischen ihnen gibt und Gott jenes epochemachende Wort sprechen kann: «DU BIST MEIN GELIBTER SOHN/MEINE GELIEBTE TOCHTER»….

    S.73: Und wenn wir das recht betrachten, was wir SIND, «was kann hart oder bitter zu leiden sein»?
    Und hier kommt der Gedanke vom «süssen Leiden» hinein (das seinen Ursprung hat im Bedenken, was Jesus alles auf sich genommen hat…), der damals sehr verbreitet war und heute aber SEHR fremd geworden ist. Da merkt man, dass zwischen Eckart und uns über 700 Jahre liegen…

    S.74: Jesus hat ohne Schuld für unsere Schuld gelitten (damals gebräuchlich, der «stellvertretende Sühnetod») und hat so «unsere Sünde gut gemacht … und wir besitzen den Lohn seiner Werke, als b wir sie gewirkt hätten»…

    Und zum Schluss der grosse und bedenkenswerte Satz: «Gott hat als er auf der Erde war, nie etwas anderes getan als zu leiden» Einladung: Das Leben Jesu mal aus dieser Perspektive betrachten, auch wenn man dem nicht zustimmen kann, es lohnt sich!)
    Denn: SO verwandeln wir unsere menschliche Natur mit all ihren Schwächen in die göttliche Natur….an uns wird nichts gefunden als lauter Gott»
    In diesem Sinne: Gesegnete Kar-und Ostertage bis am 20.4. Euer Johannes

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