Home Forums GRUNDKURS MYSTISCHE SPIRITUALITÄT Von stetiger Freude (s. 41ff.)

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  • samuel.sarasin
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    Kursiv: meine Interpretation….

    (S. 41) Meister Eckart (ME) erweist sich auch hier wieder als Herzenskenner:
    «Die Seele hat etwas in sich, ein Fünklein der Vernünftigkeit, das nimmer erlischt…»
    …..wie geschaffen für unsere derzeitige «Coronazeit» 😊

    Daran schliesst sich die Frage von ME, wie wir Söhne und Töchter Gottes sind mit der verblüffenden und für mich sensationellen Antwort, dass wir EIN Wesen haben mit Gott (kein Wunder, dass ihm auch deswegen das Lehramt auf den Fersen ist…..). Im Glaubensbekenntnis heisst es nur, dass Jesus «…eines Wesens mit dem Vater» ist. Laut ME sind wir das ALLE.
    ME unterscheidet aber das «äussere Verstehen» und das «innere Verstehen» (=das, was sich vernünftig in die Seele einwurzelt und zum Leben der Seele dazugehört). In diesem Leben ist alles eins und geeinigt (= nonduale Existenz)

    «Gottes Wesen ist sein Erkennen…» heisst, dass SEIN Erkennen auch das Meine ist, also
    (S.42) seine (Gottes!) Substanz, sein Wesen und seine Natur ist mein. Und das alles aus Liebe. Wir werden also Söhne und Töchter Gottes, da wir ALLE dasselbe Wesen wie der Sohn (=Jesus Christus) haben.  Sensation Nr. 2!!!

    Um aber (und jetzt wird es komplizierter…) «ins selbe Wesen wie Gott gesetzt zu werden», müssen wir zuerst leer werden («…, dass wir nichts sind»). Was das konkret bedeutet, muss jede/r für sich selbst entscheiden, im je konkreten Leben……
    Wenn dieser Prozess der Entleerung geschehen ist, dann ist alles in Gott offenbar und mein. «Dann werde ich …ganz wie er und dasselbe mit ihm»

    (S.43) Diesem Inhalt der Gottgleichheit des Menschen (=von uns allen) schliesst sich bei ME der Abschnitt von der «zweierlei Geburt des Menschen» an, «eine in der Welt und eine aus der Welt, d.h. geistig in Gott» (ist schwer schriftlich zu erklären, vielleicht wird es so klarer, wenn ME weiblich denkt):
    So lange man um irgendein Ding Leid im Herzen hat (= der alte Ausdruck «Herzeleid»), ist man nicht Mutter, sondern erst Gebärende (was das bedeutet, wissen Frauen besser als ich….) Daran darf (=braucht!) der Mensch nicht zweifeln, wenn er traurig ist!!! Für mich ist das ein unglaublicher Trost!! Wenn der Mensch «von Herzen kein Leid empfindet um irgendein Ding», dann ist der Mensch geboren und kommt in das Wesen Gottes.

    Das Wort Christi: «Wer mir nachfolgen will…. bedeutet, dass im Herz des Menschen steige Freude ist (nicht: sein soll, also nicht: mach halt mal was, dass du froh bist…, kein moralinsaurer Zeigefinger!)
    Wenn ich mir bewusst mache, dass Gott in mir geboren ist, wird mein Herz auch von schlimmen Dingen nicht bewegt, wenn doch, bin ich mir dessen noch nicht bewusst, aber es ist nah dran!
    (S.44) Gott hat eine unvergleichliche Freude über das Werk des Menschen, also über uns! Wenn das keine aufbauenden Worte in der gegenwärtigen Krise sind. 😊,
    Hebbets get und hebbet Sorg, euer Johannes

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